Seit einiger Zeit
beschäftigt mich etwas, das sich „Minimalismus“ nennt. Wie die
meistens Trends kommt auch dieser aus den USA. Trend hin oder her –
irgendwie ist was Wahres dran. Einer der Hauptschlagwörter dieses
Lebensstils ist „decluttering“, was man mit „Entrümpelung“
übersetzen kann. Nicht ohne Grund entstand dieser Lebenswandel in
den USA, wo das „immer größer und immer mehr“ des „american
way of life“ schließlich zur Immobilienkrise von 2008 und in
weiterer Folge zu einer weltweiten Wirtschaftskrise führte. Manche
erkannten die Zeichen der Zeit und die Folge war „downsizing“.
Aber nicht nur weil hier aus einer Not eine Tugend gemacht wurde.
Zwar rutschten viele Amerikaner in die Armut, der Großteil kann sich
aber nach wie vor ein Leben im Überfluss leisten. Ein Umdenken fand
und findet statt: Less is more! Bruttoinlandsglück statt ständig
steigendes Bruttoinlandsprodukt. Eine ständig wachsende
Weltwirtschaft wird über kurz oder lang diesen Planeten zugrunde
richten. Es wird Zeit und es ist wichtig zu erkennen, dass wir –
jeder Einzelne – schon genug haben, dass wir nicht mehr mehr
brauchen und wir guten Gewissens zufrieden sein können mit dem, was
wir haben.
Es ist schon
bemerkenswert, wie schnell sich Dinge anhäufen, die man eigentlich
gar nicht braucht und die man dann aber wieder so schwer los wird.
Man geht in eines der großen Einkaufhäuser, vielleicht sogar –
und das ist besonders gefährlich – in eines dieser Geschäfte, wo
sinnloses Nippeszeug verkauft wird, greift zu, bezahlt schnell, bar
oder mit Bankomatkarte, und stellt dieses erworbene Ding dann in
irgendeine Ecke, wo es dann langsam verstaubt. Das zuvor so
„notwendig“ gebrauchte Ding hat sich als nutzlos herausgestellt.
Der Kauf selbst hat vielleicht nur einige Minuten gedauert. Man hat
es mühsam in die Wohnung geschleppt. Wenn man dann einsieht, dass
man es nicht braucht stellt sich natürlich die Frage: Wohin damit?
Und da fängt das Problem an. Etwas loszuwerden dauert wesentlich
länger, als es zu kaufen. Und so „müllen“ wir unsere Wohnungen
immer mehr zu und die Last von all dem Zeug hindert uns am freien
Durchatmen.
Die Überzeugung eines
Lebens im Minimalismus ist, dass man durch eine Lebensentrümpelung
frei wird für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Wir sind nicht
das, was wir haben, sondern das, was wir tun. Das sammeln und horten
von Dingen ist oftmals auch der Ausdruck von Angst, nicht loslassen
zu können. Auch ich bin ein Sammler. Ich sammle Bücher. Ich glaube,
dieses oder jenes Buch muss ich unbedingt haben. Aber ist dem
wirklich so? Die Frage, die man sich bei jedem Kauf stellen soll:
Brauche ich das wirklich? Wirklich wirklich? Wie schnell stellt sich
heraus, dass dem nicht so ist oder dass man bereits etwas hat, dass
als Alternative ebenso gute Dienste tut.
Minimalismus ist ein
Prozess, der Jahre dauert. Ich glaube er lohnt sich.
Ab nun folgende Regel: Konsequent und regelmäßig ein Gegenstand weniger. Egal wie klein er ist. Das Ding
wird fotografiert und hier gepostet. (Gerade jetzt stelle ich mir
natürlich die bange Frage: Wohin damit? Aber es wird sich ein Weg
weisen.)
Einige nützliche links
bezüglich Minimalismus: